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Heut morgen stand die Besichtigung des Peace Memorial Parks auf dem Plan. Am 9 August 1945 wurde ja auf Hiroshima die erste Atombombe fallen gelassen, als Erinnerung an diese Tat steht noch ein ausgebranntes, teilweise eingestuerztes Gebaeude in diesem Park. Auf mich hat das Ganze sehr bedrueckend gewirkt. Ueberhaupt ist der ganze Park mit diversen Denkmaelern und Statuen ein Zeichen gegen Krieg und fuer den Frieden. Im Park brennt auch noch die “Flame of peace”, welche erst geloescht wird, wenn die letzte A-Bombe von dieser Welt ist! Nach 1,5h in diesem Park, wollte wir eigentlich noch ins “A-bomb museum”, doch das konnten wir uns nich mehr antun, das Gesehene und ueberall Geschriebene hatte genug auf die Stimmung gedrueckt.
Um auf andere Gedanken zu kommen, haben wir uns mal wieder den kulinarischen Koestlichkeiten dieses Landes und einer Spezialitaet Hiroshimas gewidmet. Es stand okonomiyaki im “Rokutsuboya” auf dem Speiseplan. Okonomiyaki ist ne Art Plinse (Pfannkuchen fuer die Wessis) mit Ei und Speck und Gemuese und Lecker.
Dies wurde vor unseren Augen zubereiten und war nicht nur ein Augenschmaus sonderm auch eine Gaumenfreede. Danach sind wir noch zum wenig spektakulaeren Hiroshima-Castle. Mit dem dann leider einsetzenden Regen sind wir von geschlossener Cafe-Bar zu geschlossener Cafe-Bar zur Beatles-Cafe-Bar. Heut abend gibts vielleicht mal wieder Onsen.
So, heut gings nach dem Aufstehen erstmal zur Hiroshima-Station mit der Tram. Fruehstuecken. Ich hatte nen lecker Bananen-Erdbeer-Sandwitch und Maik hatte mal wieder nen Donut. Anschliessend gings per Lokal-Bummelzug zur Miyajimaguchi-Station und von da mit der Faehre (geschaetzte Fahrzeit 5 Minuten
) rueber auf die Insel. Dort angekommen haben wir uns dann erstmal durch die Reisegruppen gekaempft und sind in Richtung des O-torii-Tors und des Itskushima-Schreins marschiert. Vorbei an soner tollen 5-stoeckigen Pagode und (mal wieder) zig tollen frei rumlaufenden Hirschen und Rehen.
Dann haben sich unsere Wege getrennt. Da Maik unbedingt auf den doofen Misen-Berg wollte und ich den Itskushima-Schrein anschauen wollte.
Der Schrein war toll anzuschauen. Da war auch grad ne buddhistische Huxt (fuer Alper: Hochzeit) im Gange, der ich etwa ne halbe Stunde zugeschaut hab. Mit toller Dudelei, Raeucherstaebchen und Tee, letzterer leider nich fuer mich.
Anschliessend bin ich sonen tollen japanisch betonierten Naturwanderweg langmarschiert und hab mich an der Stille (kein Schmidt’sches “Cooohoool”) ergoetzt. Im Omotopark hab ich dann die Rehe weggescheucht und hab etwa nen Stuendchen abgemattet und Reisetagebuch geschrieben. Nett wars. Bis dann 3 japanische Baufritzen auftauchten und da mit ner Art Minensuchgeraet irgendeinen Hydranten oder so suchen mussten. Als der gefunden war gings mit Spitzhacke und Co. los, also war das Ende der Ruhephase erreicht.
Da ich an der Station sone tolle Karte mitgenommen hatte hab ich also geschaut, welche Route ich noch drehen koennte. Immerhin wollten wir uns erst 5pm an der Faehre wieder treffen. Der Komagabayashi klang toll und schien lt. Karte in erreichbarer Entfernung zu liegen. Also bin ich los, erst ganz gemuetlich, spaeter etwas genervt und irgendwann dann am kotzen
Gefuehlte 100000 Etwa 1000 +-500 Stufen spaeter lichtete sich dann langsam der Wald. Puuuh. Am Morgen wars noch recht frisch gewesen und entsprechend gekleidet sind wir los… mittlerweile schien aber richtig toll die Sonne und die gut 500 Hoehenmeter fast nur als Natursteintreppen liessen den Schweiss dann doch etwas rinnen
Auf dem Kamm angekommen bin ich dann erstmal auf nen Gipfel gekraxelt (fuer Alper: hochgeklettert) wo es keine gesonderte Beschilderung fuer gab. War toll da oben. Anschliessend wieder zurueck zum Kamm und auf den Komagabayashi (was fuer ein geiler Name
). Dort oben hats mir dann richtig gut gefallen. Allein, Ruhe, nur Schmetterlinge und Eidechsen und ich. Da die Japaner nur manchmal dichtsch Firlefanz um Sicherheit machen war dort oben nix. Kein Gelaender, keine Sicherung, nix. Das man nur 20-30km von einer Stadt mit ueber 1,1 Millionen Einwohnern entfernt ist war nicht zu glauben. Hab mich dann dort oben ein paar Minuten auf den warmen Fels in die Sonne gepackt und einfach die Stille genossen.
Mittlerweile wars 4pm und ich hatte ja noch nen kleinen Weg vor mir zum Faehrhafen. Also los und weiter auf dem Kamm. Zwischenrein lief mir noch ein einsames kleines junges Reh ueber den Weg, welches da oben auf den Bergen irgendwie voellig deplaziert erschien. Tollerweise war der Weg den ich urspruenglich gehen wollte gesperrt. Hier hatten die japanischen Sicherheitsleute mal wieder ganze Arbeit geleistet, zig Schilder und Absperrungen waren da mitten im Wald bzw. auf dem Kamm plaziert. Weniger Schilder haetten mich aber auch definitiv da weitergehen lassen, wer weiss wozu es gut war
Also musste ich nun doch noch die Runde rum zum Mt. Misen. Vorbei an zig kleinen Schreinen und einigen Tempelbauten gings ohne den touristisch erschlossenen Gipfel des Misen zu besteigen direkt weiter zur Seilbahn. Dort bin ich dann mit einer Uschi aus Oz und einem Paerchen aus Polen (aus der Naehe von Jelena Gora, also fast Nachbarn) entspannt nach unten getingelt. Die 1000 Yen hab ich dann auch gern fuer die Abfahrt bezahlt und war (akademisches Viertel) 5.15pm an der Faehre. Maik hatte ich eigentlich nicht mehr erwartet, aber was fuer ein Wiedersehen konnten wir feiern als wir uns doch noch auf der Faehre trafen.
Zur Ueberraschung stellten wir dann fest, das Maik quasi fast die selbe Tour wie ich genommen hatte, allerdings den Schrein ausgelassen und dafuer den Misen mitgenommen hatte.
Zurueck mit dem Zug haben wir uns dann noch auf der Hiroshima-Station ein Sushi to go geholt und sind zurueck ins Hostel. Dort hab ich dann noch ne Runde mit Roland geskyped, Ruediger und Vilma waren ja leider (noch) nicht online.
Toller Tag
Der heutige Blick aus dem Gaestezimmer unseres Minshukus lies mich sofort wieder einschlafen. Es regnete wie aus einem Onsen.
- bei 20Grad! Etwas unmotiviert hat uns Chewbaka Nobutaka Baba gegen 9Uhr am Bahnhof abgesetzt, dort gabs erstmal japanische Donuts und kohii (Kaffee). Achja, gestern stand unsere Reisegesellschaft uebrigens auf der Kippe, als Sebastian die Spezialitaet Kumamotos essen wollte, welches Pferdefleisch ist
Was ich nicht akzeptiert haette. Jedoch der Hinweis das er ohne mich nicht mehr nach hause kommt hat die Situation nochmal gerettet.
Um 10:11Uhr endete der Regen apprupt abbruppt ploetzlich und ab gings zur Besichtigung des gar wunderschoenen Kumamoto Schlosses. Auf einem doppelstoeckigen Mauerwall auf 10m hohen Mauern stand das 5stoeckige Castle, als noch die Sonne aus den Wolken stiess, erschien es in seiner ganzen Pracht.
Innendrinn war ein recht informatives Museum untergebracht und aus dem 5Stock hatte man ein tollen Blick durch die Gegend.
Nach dem Mittag (es gab die leckerschten Burger ever) sind wir in einer japanischen Spielhoelle gelandet, wo Pachiko gespielt wurde. Das zeigte die ganze Verruecktheit der Japaner. Es herrschte eine Lautstaerke von mehren Dezibel bei Lauter Musik, Durchsagen und dem Rattern der Spielautomaten in dem der Japaner silberne Kuegelchen reinwirft, sich dann bunte Bildchen und Filme anschaut und unten Massen von silbernen Kuegelchen wieder rauskommen !!???!! Ob es was mit Gehirnwaesche zu tun hatte? Mehr als 5min haben wir es jedenfalls nich ausgehalten.
Am Nach mittag ging es dann mit dem Zug nach Hakata und von dort weiter mit dem Shinkansen. Ich finde ja Shinkansen “rocks”, Mit grosser Beinfreiheit und enormer Geschwindigkeit rassten wir auf Hiroshima zu.
Dort angekommen haben wir im j-hoppers-Hostel eingescheckt in ein 2 Mann Japanese Style 10 qm – Zimmer. Der allabentliche Sushi-Hunger fuehrte uns dann ins “Nobu”. Bei toller Jatz-Musike und Sake wurde uns leckerstes Sushi credenzt. (Maik meint: Best ever Sushi; Sebastian meint: Second best ever Sushi). Nach dem Essen lernten wir dort ein japanischen Paar kennen, welches sich als Sushi-Joshi und Yuku-Ono herausstellten. Zumindest war es das was wir aus Japanisch, Jenglish und Zeichensprache heraus zu hoeren glaubten
Jedenfalls hatten wir 1h lange eine lustige “Unterhaltung”. Mit schliessen des Restaurantes gegen 23Uhr war auch dieser lustige Abend zu Ende.
Schweren Herzens haben wir heut morgen um 7Uhr die gar wunderbare Herberge verlassen und sind zum Zug, welcher uns in knapp 2h auf ruckeliger gebirgiger Strecke nach Aso brachte. Aso is ne kleine Stadt mitten in einem riesigen Krater mit 135km Umfang, der vor 30.000 Jahren mal in die Luft geflogen ist, in der Mitte sind ueber die Jahre 5 neue Vulkane entstanden von bis zu 1500 Meter Hoehe, einer von denen der Naka-Dake is im Moment der Aktive und qualmt tuechtig vor sich hin. Von Aso aus sind wir mit den Bus in die Naehe des Kraters und sind die restl. 5km gewandert, dann noch ein Stueck Seilbahn und schon konnte man in das dampfende Auge des Vulkans blicken. Darin dampfte eine gruene Suppe vor sich hin, leider waren grosse teile des Kraterrandes fuer Besichtigungen gesperrt, wegen giftiger Gase. huhhh.
In der Talstation der Seilbahn haben wir uns dann zu einem Mahl niedergelassen, das Speisen-Etablisement hatte das Flair einer tschechischen Bahnhofskneipe, aber das Essen hat gemundet, zurueck sind wir noch entlang eines weiteren Berges gewandert, dann gab es fuer Sebastian ein Gruener Tee – Eis und fuer mich ein Erdbeereis, der Geschmack erinnerte an DDR-Bechereis, naja!
Nach dieser ziemlich beeindruckenden Tour auch wenn es weder Erdbeben noch Ausbruch gab, begaben wir uns auf den Weg nach Kumamoto, dort wurden von der Frau von Nobutaka Baba ins Minshuku Higoji gebracht. Ein Minshuku is ein japanisches Bed and Breakfeast, ungluecklicherweise hatte es keinen Onsen :/ Es war der erste Onsen-freie Tag seit unserer Ankunft in Japan!
Am Abend sind wir in ein Bistro , wo man Essensmarken an einem Automaten ziehen musste, diese haben wir dann gegen lecker gebratenen Fisch und Reis und Bier eingetauscht. Danach sind wir um das gar wunderbar illuminierte Kumamoto-Castle geschlichen und haben die Praechtigkeit bestaunt, und nach dem wir im 3ten Versuch einen Taxifahrer davon ueberzeugen konnten uns doch bitte heimzufahren, sind wir noch mal auf den Berg an dem wir wohnten und haben phantastische Blicke ueber die 600.000 Einwohnerstadt genossen, natuerlich bei Grapefruitsaft fuer mich und SuperH2O fuer Sebastian.
Ach, auf dem Berg steht das Bussharitou, ein Tempelgebaeude, was in der Form an einen Atomreaktor erinnerte, in dem soll sich ein Knochen von Buddha befinden. Dies nur so fuer die Buddhisten unter euch.
Heut war voelliger Chillout angesagt. Zwar wurden wir trotz des abgemeldeten Fruehstuecks irgendwie gegen 9 geweckt und mussten dann doch noch was essen (irgendwas hatte der Meister an der Rezeption dann wohl doch falsch verstanden), dann sind wir jedoch gaaanz ruhig zum Beppu-Stadtpark und dann zum Schlamm-Onsen. Nach einigem Hin und Her haben wir uns da auch hin gefunden und sind dann in den lecker duftenden Schlamm gesprungen. Naja, der Onsen bestand mehr oder weniger aus heissem Wasser, lediglich am Grund waren zwischen 10-30 cm toller (gesunder(?)) Schlamm, der uns auch nach einigen Tagen geruchstechnisch noch verfolgen zu schien. Nach etwa 1,5 Stunden rumonsen sind wir dann auch wieder los in Richtung Ryokan, um da richtig zu duschen
Anschliessend sind wir noch einmal in den tollen Beppu-Park wo ueber 11000 Laternen anlaesslich dieses Festls aufgestellt waren. Ein echt geiler Anblick. Mittlerweile war es ja dunkel und entsprechent wirkte das Ganze. Ausserdem wurden einzelne Teile des Bambuswalds toll angeleuchtet. Nach 1000 Fotos haben wir uns dann noch was zum futtern mit ins Hotel genommen und sind heeme. Fuer 9pm hatten wir ja den Onsen reserviert (nen tolles Onsen-Bild gibts fuer Bekannte die hier nen entsprechenden Kommentar abgeben
). Damit war der Tag dann auch schon vorbei.